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Ausbau von Grube Carl vor dem Hintergrund der wohnortnahen Schulraumversorgung

Legt man die Vorgaben der städtischen Darstellung zur Bevölkerungsentwicklung der Stadt Frechen zugrunde, so ist mit einer Aufnahme der Bautätigkeit spätestens 2016 zu rechnen. Ab dann geht die Planung bei einer moderaten Entwicklung von durchschnittlich 40 bis 70 Wohneinheiten aus, bis 2020 von rund 260 Wohneinheiten, die gebaut werden sollen. Das Szenario geht dabei von durchschnittlich 2,5 Personen je Wohneinheit aus. In diesem Szenario wächst der Stadtteil bis 2020 um 650 Personen. Dieser Wert ist aber mit Vorsicht zu genießen, denn im Neubaugebiet Atrium liegt die durchschnittliche Personenzahl je Wohneinheit bei 3 Personen. Unter Zugrundelegung dieses Wertes wächst der Stadtteil in diesem Szenario um 780 Personen.

Es gibt in der Studie ein alternatives Szenario, ein beschleunigtes Szenario, bei dem mit einem Bevölkerungszuwachs von rund 1.000 Personen bis 2020 ausgegangen wird. Wir reden beim städtischen Wert von 2,5 Personen je Wohneinheit dann von 400 Wohneinheiten, die gebaut werden. Legt man den „Atriumwert“ zugrunde, dann erhöht sich die Einwohnerzahl in diesem Szenario sogar auf 1.200 Personen.

Wir können diese Werte entsprechend der Vorgaben dieser Studie auch in Kinder übersetzen, denn für Neubaugebiete setzt diese Studie eine Geburtenrate von 1,8 % an. Wenn wir diesen Wert linear über die Jahre verteilen, so ergibt sich je nach Prämissen eine jährliche Kinderzahl von mindestens 11 Kindern (Zuwachs 650 Personen) bis hinauf auf 22 Kinder (Zuwachs 1.200 Personen).

Wir haben nun im Bereich der Neubaugebiete Grube Carl eine Zweiteilung. Im derzeit bereits bebauten Bereich ist mit langsam zurückgehenden Geburtenzahlen zu rechnen, währenddessen der jetzt zu erschließende Teil mit anfänglich hohen Geburtenzahlen auf sich aufmerksam machen wird.

Eine einfache Mittelung über die gesamten Neubauflächen (Geburtenrate 1,5%) läßt also erwarten dass die Neubauflächen für mindetens 25 Geburten je Jahr gut sind, dass dieser Wert aber auch über 30 Kinder steigen kann. Rechnet man den Altbestand des Stadtteils hinzu, so ist damit zu rechnen, dass die Grube Carl insgesamt für mehr als 30 Geburten je Jahr gut ist.

Schaut man auf die Erfahrungen in den Königsdorfer Neubaugebieten, so muss damit gerechnet werden, dass neu zuziehende Familien bereits mit vorhandenen kleinen Kindern zuziehen. Mit anderen Worten: nicht nur die Geburtenrate ist bei der Frage nach der notwendigen Größe einer Grundschule in Ansatz zu bringen, sondern auch die Alterstruktur und Größe der zuziehenden Familien

Alle diese Kinder wollen in eine Grundschule. Wir reden hier über eine Größenordnung von deutlich mehr als einem Zug. Kinder, die in den bisherigen Berechnungen nicht ausreichend auftauchen.

Zum Vergleich ein Blick in die letzte Fortschreibung des Schulentwicklungsplans vom Mai 2011. Dieser hat Bautätigkeiten auf Grube Carl für die Jahre 2012 bis 2015 zugrunde gelegt. Diese Bautätigkeiten haben in diesem Umfang nicht stattgefunden. Trotzdem kann man sich an den Werten orientieren, obwohl die Bevölkerungszuwächse im Stadtteil niedriger angenommen wurden, als in den oben beschriebenen Szenarien reichte die 2,5-Zügigkeit der Lindenschule auch in dieser Darstellung nicht in allen Jahren.

Nun haben wir aktuell die Situation, dass die Lindenschule – irgendwann, die Planungsabteilung weigerte sich, in der letzten Schulausschusssitzung kategorisch, eine Terminpalnung offen zu legen – abgerissen werden soll. Das schreckt Eltern ab. Die 2,5-Zügigkeit wirkt aktuell völlig ausreichend, da viele Eltern auf andere Schulen ausgewichen sind und ausweichen.

Andererseits lebten im Einzugsbereich der Lindenschule (Zahlen für 2011 und 2013) 88 einzuschulende Kinder. Aktuell wurden davon 2013/14 nur knapp 60% dieser Kinder an der Lindenschule angemeldet. („Nachfragequote“)

Ein vernünftiges Szenario, um nun über die Zügigkeit einer Grundschule im Westen zu entscheiden, hat dabei mit einigen Unwägbarkeiten zu kämpfen:

a.) Mit wie vielen Kindern ist im Einzugsbereich der Lindenschule strukturell zu rechnen? b.) Werden, wenn die Lindenschule im neuen Gebäude sitzt, wieder mehr Kinder aus dem Einzugsbereich angemeldet als jetzt? Ändert sich die Nachfragequote? c.) Auf diesen Wert sind die Kinder aufzuaddieren, die hinzu kommen, wenn die Bautätigkeit auf Grube Carl wieder einsetzt.

Für die kommenden Jahre prognostiziert die Stadt folgende Schülerzahlen für die Lindenschule (auf Basis der heute schon in Frechen lebenden Kinder und auf Basis der „Nachfragequote von 60%).

Mit anderen Worten: bereits eine Veränderung der Nachfragequote von 60% auf 80% führt dazu, dass die Lindenschule mit 2,5 Zügen nicht ausreichend Raum bietet. Ist diese Änderung der Nachfragequote unwahrscheinlich? Vermutlich nicht, denn alleine die Tatsache, dass die Lindenschule nach erfolgreichem Neubau über eine Turnhalle verfügt und den modernsten Baubestand aller Frechener Grundschulen haben wird, lässt vermuten, dass Eltern sich wieder vermehrt für die Lindenschule entscheiden werden.

Aber: die Entwicklungen im Neubaugebiet werden in dieser Betrachtung komplett aussen vor gelassen.

Auf diese Basiswerte sind daber alle Kinder hinzuzuzählen, die aufgrund der Wiederaufnahme der Bautätigkeit auf Grube Carl hinzukommen.

Ohne jetzt wirklich Jahrgangskohorten abbilden zu wollen, ist davon auszugehen, dass die Anzahl der einzuschulenden Kinder, die im Einzugsbereich der Lindenschule leben, auf der Basis der zuvor getätigten Ableitungen, mittelfristig auf über 80 bis 90 Kinder ansteigen wird.

Gilt der Grundsatz der „kurzen Wege für kurze Beine“ und ein durch den Neubau gestiegenes Anmmeldeinteresse an der Lindenschule, so muss die Schule 3,5-zügig angelegt werden, denn wir reden dann über Jahrgangsgrößen von 64 bis 72 Kinder mit einer Option auf „noch mehr.“

Herkunft der Zahlen:

https://sdnetrim.kdvz-frechen.de/rim4380/sdnetrim/Lh0LgvGcu9To9Sm0Nl.HayIYu8Tq8Sj1Kg1HauCWqBZo5Ol2OnyIfuCWsBSq4Rj3Qe.JayCXuCWn4Oi0Lg-IbvDauHTp8To1Ok0HbwHau8Vt6Pi7Kj2GJ/Beratungsunterlage_und_Beschlussvorschlag_658-15-2013.pdf

https://sdnetrim.kdvz-frechen.de/rim4380/sdnetrim/Lh0LgvGcu9To9Sm0Nl.HayEYv8Tq8Sj1Kg1HauCWqBZo5Ok5KeyIeuDWt8Ur4Rk4TezKeyDWq8Sn6Rk1Lf0KjvFavETqASj1Mj0KaxJYr8Zm9UGJ/Anlage_3_zur_Beratungsunterlage_und_Beschlussvorschlag_103-15-2010.pdf

https://sdnetrim.kdvz-frechen.de/rim4380/sdnetrim/Lh0LgvGcu9To9Sm0Nl.HayEYv8Tq8Sj1Kg1HauCWqBZo5Ok8KnyJcyLWsDSm4Qq0TezKeyDWq8Sn6Rk1Lf0KjvFavETqASj1Mj0KaxJYr8Zm9UGJ/Anlage_Bevoelkerungsentwicklung.pdf

archiv/2008/start_unknown.txt · Zuletzt geändert: 2014/02/24 08:33 von schoberc
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