OGS

Die aktuelle Lage

(In 2010)

rechtliche Einschätzung

  1. Aufgabe des Schulträgers ist es, geeignete Räumlichkeiten für die OGS zu finden.
  2. Es gibt keine gesetzlichen Vorgaben zu Größe und Ausgestaltung der Räumlichkeiten. Auch eine strikte Trennung von Unterrichtsräumen und OGS-Räumen ist nirgens fixiert.
  3. Der Schulträger kann daher Schulräume auch zur Nutzung für die OGS vorsehen.
  4. Der Schlträger ist aufgefordert, solche Entscheidungen einvernehmlich mit der Schule zutreffen, es besteht daher laut § 65 i.V.m. § 76 SchulG ein Mitwirkungsrecht der Schulkonferenz. Die Entscheidung des Schulträgers bzgl. der Nutzung der Räumlichkeiten für die OGS ist jedoch nicht zustimmungspflichtig.

22. November 2010, Schreiben des Schulamts

Die rechtliche Einschätzung scheint eindeutig zu sein: Der Schulträger ist aufgefordert, die Raumkonzepte, die er für die OGS in Erwägung zieht mit den betroffenen Schulen rechtzeitig zu besprechen, andererseits sind die schulischen Gremien nicht in der Lage, die Entscheidungen des Schulträgers in Frage zu stellen. Der Schulträger kann die Schulen zur Umsetzung seiner Raumkonzeption zwingen.

Schlussfolgerungen

Wollen wir für unsere Kinder eine vernünftige OGS-Lösung, d.h.: ein Lösung die nicht an eine Sicherungsverwahrung erinnert, so müssen wir im politischen Raum den notwendigen Druck aufbauen, um das von der Stadt angedachte Raumkonzept zu Fall zu bringen.

Das wollen wir für unsere Kinder:

  • mehr Zeit für individuelle Förderung
  • mehr Zeit für musisch - kulturelle Bildung
  • mehr Zeit für Bewegung, Spiel und Sport
  • mehr Zeit für Hausaufgaben
  • mehr Zeit für Lerndefizite und für besonders Begabte

Und damit eine Entlastung des Elternhauses und mehr Zeit für Ihr Kind.

Was wir räumlich wollen:

Großen OGS-Gruppenräume, eingerichtet zum Spielen und Lernen mit Lernspielen, mit Materialien und Möbel zum Rollenspiel, Baumaterialien, Lesen, Entspannen usw. Je nach Nutzungskonzept sollten die Räume klar in Ruheräume und Bewegungsräume ausdifferenziert werden.

Das Raumkonzept der Stadt Frechen, in dem die bereits sehr beengten Klassenräume bestimmter Grundschulen nun zusätzlich nachmittags durch den Einsatz speziellen Mobiliars in OGS-Räume umgewandelt werden sollen, werden diesen Ansprüchen keinesfalls gerecht.

Es steht aber zu befürchten, dass die Stadt unser Interesse an einer gesicherten Betreuung und das Interesse unserer Kinder an einem OGS-Konzept, bei dem sowohl die Raumausstattung als auch das pädagogische Konzept eine vernünftige Verbindung eingeht, gegeneinander ausspielen will. Wir Berufstätigen, so die „geheimen“ Überlegungen der städtischen Verantwortlichen, bekommen eine gesicherte Betreuung im Rahmen einer OGS, dafür sollen unsere Kinder mit einem untragbaren Raumkonzept zu recht kommen. Und da wir alle auf unseren Arbeitsplatz angewiesen sind, werden wir akzeptieren, so die unausgesprochene Hoffnung bei der Stadt. Und die Stadt Frechen meint, wie schon häufiger, sich an unseren Kindern gesund sparen zu können.

Wenn sie sich da mal nicht getäuscht haben.

Die Grundrechenarten und die Stadtverwaltung

(17.09.2010 + 28.09.2010)

Aus aktuellem Anlass weisen wir darauf hin: Die Stadt Frechen kann nicht rechnen.

Und wir treten den Beweis sofort an:

Die Lindenschule bietet aktuell 54 Betreuungsplätze im System „8 bis 1“ und 23 Betreuungsplätze im System „13+“ an. Damit sind 77 Kinder versorgt. Weitere 25 Hortplätze stehen in der Hortgruppe St.Barbara auf Grube Carl zur Verfügung. Rein räumlich ist davon auszugehen, dass diese Plätze alle von Kindern der Lindenschule genutzt werden. Die Stadt kalkuliert nun dass ab 2011/2012 die Lindenschule auf OGS umgestellt werden könnte. Die bisherige „13+“ - Betreuung würde dann offiziell OGS und eine weitere Gruppe mit 25 Kindern könnte geschaffen werden. Macht: Richtisch: 50 OGS-Plätze. Zugewinn gegenüber heute: 27 Plätze. Zum 01.08.2012 schließt St.Barbara seine Hortgruppe zugunsten einer Kleinkindergruppe. Verlust gegenüber heute: 25 Plätze. Wir verrechnen: Zugewinn 27 Plätze minus Verlust von 25 Plätzen ergibt eine Reserve von 2 Plätzen.

Die Stadt behauptet aber, die Lindenschule verfüge über eine Reserve von 27 Plätzen!!! 29.09.2010; Beschlussvorlage OGS

Wir stellen fest: der Beweis ist erbracht. Die Stadt kann nicht rechnen.

Wir nutzen daher die Gelegenheit, darauf hinzuweisen, dass sich eine Demokratie dadurch auszeichnet, dass falsche Entscheidungen revidierbar sind. Die Entscheidung auf den Neubau der Grundschule Grube Carl zu verzichten war falsch:

  1. Die Raumreserven der Lindenschule sind erschöpft.
  2. Pädagogisch notwendige Maßnahmen müssen aufgrund von Raummangel unterbleiben.
  3. Ein behindertes Kind suchte für das aktuelle Schuljahr um Aufnahme an der Lindenschule nach - es musste aus Gründen nicht vorhandener Behindertengerechtigkeit der Schule abgelehnt werden.
  4. Der von den Eltern gewollte offene Ganztag kann aus Platzgründen nicht vernünftig umgesetzt werden.
  5. Eine Turnhalle ist auf dem Gelände nicht unterzubringen.
  6. Das Schulgebäude ist dringend sanierungsbedürftig - man denke alleine an die Toiletten, den feuchten Keller, die Wärmedämmung.
  7. Der Stadtteil Grube Carl bedarf dringend der Aufwertung, die fehlende Grundschule und die drohende Schließung der Lindenschule schreckt heute schon Familien vom Zuzug ab.
  8. Die menschenrechtlich zwingend Umsetzung der Inklusion (Behinderte haben ein Recht auf die Beschulung im Regelschulsystem) ist in der Lindenschule nicht umsetzbar.
  9. Die Bewerbungsfristen „die familienunfreundlichste Stadt in NRW“ laufen - will Frechen sich daran wirklich beteiligen?

Wie lange will die Stadt die Augen verschließen, wie lange will sich die schwarz-grüne Mehrheit den Realitäten verweigern? Wie lange wollen die handelnden Personen die Bildung unserer Kinder auf „die wirtschaftlichste Lösung“ reduzieren? Und wäre es dann nicht die wirtschaftlichste Lösung in Frechen komplett auf Kinder zu verzichten?

Aber selbst mit diesen Rechenkunststücken gelingt es der Stadt nicht, eine ausreichende Anzahl an OGS-Plätzen zur Verfügung zu stellen. Die Raumreserven sind aufgebraucht, einzig ein Schulneubau könnte eine partielle Entspannung bringen. Ein echtes Dilemma, das nur auf Kosten der betroffenen Kinder gelöst werden kann, denn zukünfitg soll die OGS direkt im Klassenzimmer stattfinden. Wer die Klassenzimmer in der Lindenschule bspw. kennt, der weiß, dass bereits heute alle Raumreserven für das pädagogische Minimum aufgebraucht sind. Der für die OGS notwendige Platz (Ruhebereich, Spielbereich, Lagerflächen für Spielzeug etc.) steht nicht zur Verfügung.

Wir freuen uns, das neueste Projekt der Stadt Frechen auf dem Weg zur familienfreundlichsten Stadt des Rhein-Erft-Kreises vorstellen zu dürfen:

Das Uttechtsche Paradoxon: Lieber Pädagogik statt Beton

Den Herren und Damen der Frechener Politik ans Herz gelegt, die da meinen es gäbe eine Alternative zu vernünftigen Schulgebäuden:

Stefan Appel, Vorsitzende des Ganztagsschulverbandes: „Eine Ganztagsschule sollte Folgendes anbieten: Erstens ein gesundes Mittagessen. Zweitens eine professionelle Hausaufgabenbetreuung am Nachmittag oder die Hausaufgaben in den Unterricht integrieren. Meiner Meinung nach sollten übrigens Lehrer dafür verantwortlich sein, damit sie sehen, welche Mühen Kinder haben und welche Lernfortschritte bestehen. Drittens einen offenen Freizeitbereich: Dazu gehören Rückzugsräume, eine Cafeteria, eine Bibliothek, ein Clubraum, eine Spielothek und ein Bewegungsspielbereich. Viertens einen gebundenen Freizeitbereich: Damit sind alle erdenklichen Kurse und Arbeitsgemeinschaften gemeint. Fünftens die Förderung von leistungsschwachen und leistungsstarken Schülern und sechstens ein Konzept zur Freizeit-, Konsum- und Medienerziehung.“

archiv/2010/lindenschule.txt · Zuletzt geändert: 2011/07/08 13:42 von schoberc
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