Schulplanungen

Überprüfung der Zahlen des Schulentwicklungsplans: Sofort

Die Einschulungszahlen, wie sie im Schulentwicklungsplan prognostiziert werden, folgen dem gesetzlichen Vorgaben. Diese besagen, dass bis 2013 Jahr für Jahr das Einschulungsalter der I-Dötzchen um ein Monat vorgezogen wird. Die Rot-grüne Landesregierung will das Vorziehen des Einschulungsalters mit dem kommenden Jahr beenden. Schlussfolgerung: die Anzahl der jedes Jahr einzuschulender Kinder wird sich reduzieren, der prognostizierte Druck auf die Grundschulen geringer ausfallen. Es wird Zeit, dass die Stadtverwaltung die aktuellen Zahlen bei den Einschulungen und die sich ändernden gesetzlichen Vorgaben in die Planung einarbeitet. Die Grundschule Kuckental wird von Monat zu Monat unnötiger.

Wo sind nur die Kinder hin?

(21.06.2010)

Noch in der Schulausschusssitzung März 2010 wurde der Neubau eine Grundschule auf Grube Carl mit dem Verweis auf die gut belegten Zahlen des Schulentwicklungsplan 2009 abgelehnt. Zugleich wurde erklärt, dass sich ein innerstädtischer Druck auf die Grundschulen entwickle, der spätestens 2013 zu einer Unterversorgung im Innenstadtbereich führe. Sowohl Ring, als auch Burg- und Lindenschule seien dann an ihren Kapazitätsgrenzen. Diese Argumentation wird von der Verwaltung in der aktuellen Vorlage für die Schulausschusssitzung am 22.06.2010 wieder aufgenommen und verschärft. 22.06.2010 Entscheidungsvorlage Schulausschuss: Schulentwicklungsplan

Komischerweise haben aber sowohl Burg- als auch Lindenschule jetzt bereits weniger Erstklässeranmeldungen für das Schuljahr 2010 als im Schulentwicklungsplan 2009 angenommen.

So wurde an der Ringschule mit 90 Erstklässlern gerechnet. Dieser Wert wurde erreicht. An der Lindenschule wurden mit 56 Erstklässlern kalkuliert, laut Verwaltung sind es aber nur 44 geworden und für die Burgschule gilt: laut Schulentwicklungsplan 49 Erstklässer, geworden sind es bisher nur 41, sagt die Verwaltung. [Nachtrag: laut neuester Statistik: Burgschule 43, Lindenschule 45 und Ringschule 83 Erstklässler]

Es stellt sich nun die Frage: wo sind denn nur die Kinder hin? Und wie ernst kann das städtische Zahlenmaterial genommen werden, dass hier als Basis einer mittelfristigen Planung genommen wird, wenn bereits im ersten Jahr Abweichungen von bis zu 20% bei den Neuanmeldungen feststellbar sind?

Wie schaut es denn an der OGS Grefrath aus? Sollten hier die Anmeldungen über Plan liegen, so ist zu vermuten, dass die Kinder der Grube Carl nach Grefrath abgewandert sind. Das würde belegen, dass das Überleben der Lindenschule daran hängt, dass die Eltern auf Grube Carl vom Wert der Lindenschule überzeugt werden. Selbst einfache Maßnahmen wie bspw. der Bustransfer von der Schule zur Turnhalle für die Dritt- und Viertklässler, der von der Schulleitung befürwortet wird, will die Verwaltung erst mit dem Hauhalt 2011 beraten. Die Begründung ist formal korrekt - aber das Signal ist verheerend: Wir reden über Zusatzkosten über das gesamte Schuljahr von 4.708 Euro (!) wovon nur ca. die Hälfte im Haushalt 2010 wirksam werden dürfte und trotzdem will die Verwaltung diese Ausgabe in die Haushaltsplanung 2011 verschieben. Man gewinnt immer mehr den Eindruck, dass die Stadtverwaltung alles in die Wege leitet, um die Lindenschule 2013 schließen zu können. 22.06.2010 Entscheidungsvorlage Schulausschuss: Bustransfer

Die Stadt plant dafür laut der oben erwähnten Vorlage mit einer dreizügigen Grundschule am neuen Standort Realschule.(Sprach die Verwaltung ursprünglich nicht mal von der Zweizügigkeit am Standort Realschule?)

Wenn man die Anmeldezahlen an Burg- und Lindenschule als Tendenz auffasst, so würde eine jetzt dreizügige Grundschule am neuen Standort Realschule ausreichen, um eine Schließung der Lindenschule zu ermöglichen. Dafür spricht auch, dass die Sanierung von der Stadtverwaltung mit hanebüchenen Ausreden mal wieder in weite Ferne verschoben wurde.

Allen Beteiligten sei an’s Herz gelegt, die Stadtverwaltung dahingehend ernsthaft zu befragen, ob Benzelrath und Grube Carl bald eine grundschulfreie Zone sein werden.

Von Grube Carl aus betrachtet: die Grundschulsituation in Frechens Innenstadt

(aktualisiert: 22.11.2010)

Welche Aussagen lassen sich aus diesen Zahlen ableiten?

  1. Der Schulentwicklungsplan der Stadt Frechen schein bereits heute Makulatur zu sein.
  2. Gegenüber den Prognosen aus dem Jahr 2009 fehlen den innenstädtischen Schulen jetzt bereits 24 Schüler, also eine Eingangsklasse. Dieser Fehlbestand wird sich durchziehen. Heute nicht existierende erste Klassen fehlen dauerhaft.
  3. Die für die Ring‐, die Linden‐ und die Burgschule prognostizierten Zuwächse für die Eingangsjahrgänge 2009/10 und 2010/11 wurden nicht erreicht. Einzig die GSG Grefrath hat zumindest 2010/11 die Prognosen erfüllt, aber auch nur, weil dort Erstklässler aus der Grube Carl angemeldet wurden und werden, für die die Lindenschule die räumlich nächstgelegene Schule gewesen wäre.
  4. Auf Basis der falschen Prognosen der Schülerentwicklung im Grundschulbereich will die Stadt nun die Entscheidung für den Neubau einer Grundschule im Innenstadtbereich treffen, durch die im Schwerpunkt die Ringschule, partiell auch die Lindenschule entlastet werden soll. Das scheint mehr als absurd, denn selbst wenn die Prognosen des Schulentwicklungsplanes in den kommenden Jahren zutreffen sollten, so gilt weiterhin: Der Ring‐ und der Lindenschule werden diese Kinder fehlen.
  5. Prüft man insbesondere die Eingangsschulklassen von Ring‐ und Lindenschule, so stellt man fest, dass 2009/10 5 Schüler weniger eingeschult wurden als prognostiziert (= ‐3%), 2010/11 sind es bereits 18 Erstklässler weniger als prognostiziert (= ‐ 13%). Falls es dabei bleibt (‐13%), so kann 2011/12 auf Basis der aktuellen Anmeldzahlen mit maximal 140 und 2012/13 mit 149 Kindern gerechnet werden rechnen. Auch wenn in den aktuellen Anmeldezahlen noch einige Kinder nicht berücksichtigt sind, so fehlen gegenüber den Prognosen in den 4 oben genannten Grundschulen nächstes Schuljahr bereits 38 Kinder!
  6. Mit anderen Worten: der Neubau einer Schule in der Innenstadt ist eine langfristige Investition. Diese kann anhand dieser Zahlen nicht gerechtfertigt werden. Selbst wenn durch den Ausbau des offenen Ganztags weitere Raumkapazitäten erforderlich sind, muss der Neubau einer Grundschule an diesem Standort anders begründet werden. Eine andere Begründung wäre: Schließung einer Grundschule aus baulichen Gründen. Nachdem die Ringschule saniert ist, die Lindenschule dagegen seit Jahrzehnten vernachlässigt wird, steht damit im Innenstadtbereich die Lindenschule zur Disposition.
  7. Und selbst, wenn die Stadt nicht auf eine Schließung aus wäre: die Abstimmung mit den Füssen würde sie erzwingen. Eltern im Wohngebiet nördlich der Rosmarstraße werden einer neugebauten Grundschule am Kuckental vor einer sanierungsreifen Lindenschule den Vorzug geben, denn hier stellt sich auch die Wegfrage nicht. Beide Schulen sind in etwa der gleichen Zeit fußläufig erreichbar. Der Lindenschule werden die Kinder ausgehen, sollte die Grundschule im Kuckental gebaut werden.
  8. Die Auswirkungen sind fatal: der gesamte Bereich westlich ein Linie Burgstraße – Dr.‐Tusch‐Straße – Lindenstraße wäre komplett ohne jede Grundschule.
  9. Im Bereich nördlich der Altstadt finden sich zukünftig im Abstand von rund 750 Metern 2 Grundschulen. Bei einer Schließung der Lindenschule und einer Beschulung am neuen Standort zum Kuckental, verlängern sich die Schulwege für die Kinder der Grube Carl von aktuell 1,1 auf 1,6 Kilometer. Für das Wohngebiet oberer Rosenhügel gilt: bisherige Wegstrecke gut 900 Meter, bis zur Schule zum Kuckental sind es rund 1,8 km. Wobei anzumerken ist, dass eine Schließung der Lindenschule zumindest für die Kinder im hintern Bereich der Grube Carl „positive Effekte“ entfalten würde. Diese hätten Anspruch auf einen kostenlosen Schulbustransfer zur Grundschule. Was aber heute noch möglich ist, wäre zukünftig kaum mehr machbar – die fußläufige Erreich-barkeit der Grundschule in einem überschaubaren Zeitraum.
  10. So viel zum Thema: Kurze Wege für kurze Beine - da war mal was … genau, das war der Spruch der Bündnisgrünen im Kommunalwahlkampf 2009. Schon vergessen? Scheint so. Seit 2009 kümmert sich von denen niemand mehr um die Lindenschule.
  11. Wir fordern daher: Verzicht auf einen Neubau im Bereich Kuckental. Stattdessen: Sanierung und Ausbau der Lindenschule oder alternativ: Neubau einer behindertengerechten Grundschule auf Grube Carl.
archiv/2012/schulplanungen.txt · Zuletzt geändert: 2013/06/05 16:59 von schoberc
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