Planungswerkstatt

Wie geht es weiter mit dem Stadtteil

Ein Blick auf die aktuell zu überplanenden Baufelder.

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Die Stadt plant weiter

Am 07. Juli 2011 soll der Auschuss für Stadtentwicklung und Bauleitplanung die weiteren Planungen der Stadtverwaltung für unseren Stadtteil zur Kenntnis nehmen. Die Verwaltung ist an der Überplanung der Planzellen 4 (ehemalige Fläche für ein Nahverkehrszentrum direkt am Baudenkmal), Planzelle 5 (Zwischen Grefrather Weg und Hohenschutzstraße), Planzelle 6 (Zwischen Philipp Faßbenderstraße und dem Funkturm) und Planzelle 7 (Zwischen Grefrather Weg und Ichendorfer Weg, nach Westen begrenzt durch die virtuelle Verlängerung der Straßenbahntrasse.)

Dabei wurde im ersten Gang beschlossen, dass bestimmte Bereiche zu überplanen sind: Planzelle 4: da wir kein Nahversorgunszentrum bekommen - also ist der Investor (Rodeo) auch gescheitert, der sich ja die Fläche reservieren ließ und glaubte einen Versorger zu finden, der hier baut. Planzelle 5: Überplanung der Flächen, die für Kita und Schule reserviert waren, dafür soll hier ein Bolzplatz eingeplant werden. In den Planzellen 5 und 6 soll die Anzahl der Mehrfamilienhäuser erhöht werden.

Erstaunlich sind aber die Aussagen zum Verkehrskonzept:

  1. die von Klespestraße soll abgebunden werden, um den Schleichverkehr via Sandstraße zur Dürener Straße zu stoppen.
  2. wurde festgestellt, dass die Straße Grube Carl in der Lage sei, die Verkehre der Planzellen 5,6, und 7 aufzunehmen.
  3. soll die Rosmarstraße immer noch abgebunden bzw. in eine Einbahnstraße verwandelt werden.

Was aber bisher an keiner Stelle thematisiert wird, ist, wie die neu entstehenden Verkehre der Planzellen 5,6 und 7 bis zur Straße „Grube Carl“ kommen sollen: In den beigefügten Plänen tauchen auf: via Zum Bellerhammer und via Rosmarweg und Danziger Straße.

Erfahrene Busnutzer wissen um die Belastungsfähigkeit beider Straßen - beide Straßen sind kaum in der Lage die aktuellen Verkehre aufzunehmen, die Vorstellung auf Jahre Baustellenverkehr durch diese Straßen leiten zu wollen, später dann den Privatverkehr von mehreren hundert neu zugezogenen Familien … manchmal hat man den Eindruck, die Stadtverwaltung plant an den Gegebenheiten vorbei. Ursprünglich sollten diese Planzellen vorrangig über die Verlängerung des Freiheitsrings angebunden werden. Da das politisch nicht durchsetzbar war und ist, bekommen wir hier nun (vielleicht) einen Fahrradweg. Unabhängig, wie man zur Idee Freiheitsring steht, die grundsätzliche Idee, dass ein Wohngebiet dieser Größe über zwei vernünftig konzipierte Zufahrten verfügen sollte, war ja nicht falsch. Wenn nun eine Zufahrtsmöglichkeit ausfällt, dann wird das gesamte bisherige Verkehrskonzept nicht mehr stimmig, da nicht nur die verbleibende Zufahrt mehr Verkehr aufnehmen musss, sondern insbesondere die Verbindungswege zu dieser Zufahrt. Dazu aber fehlt jeder vernünftige Ansatz. Und der bestechende und zentrale Gedanke, statt des Autos die straßenbahn zu nutzen, der hat sich ja auch erübrigt … irgendwelche Straßenbahnplanungen sind nicht erkennbar, geschweige denn auf Jahre finanzierbar.

Eine weitere Überplanung sollte, so unsere Forderung, davon abhängig gemacht werden, dass das Verkerhskonzept eben diesen Zwischenbereich genauer untersucht und zwar unter einer für das Rheinland realistischen Annahme: 2 Autos pro Familie, denn das ist doch der Schnitt hier, ob uns das nun behagt oder nicht. Wir erwarten hierfür tragfähige Lösungen - diese sind hier nicht erkennbar.

Und wir fordern, dass die Stadt ihre Planungen bereits in dieser frühen Phase hier im Stadtteil präsentiert, auf dass der demokratische Fortschritt auch in Frechen Einzug halte: Planungen nur mit den Betroffenen, nicht gegen sie.

Hier geht's weiter: Zu den Verkehrsplanungen

Die Sitzungsunterlagen des Auschuss für Stadtentwicklung und Bauleitplanung:

Presseberichterstattung zur Sitzung des Auschuss für Stadtentwicklung und Bauleitplanung am 7. Juli 2011:

Zwei Leserbriefe, die beide die schlechten Erfahrungen mit den städtischen Planungen widerspiegeln, dabei aber den Artikel im KStA völlig unterschiedlich gelesen haben. Leserbrief 1 geht davon aus, dass schlussendlich die Rosmarstraße abgebunden werden wird, da dies den BewohnerInnen der Rosmarstraße versprochen worden ist. Leserbrief 2, geschrieben von einem Anwohner der Rosmarstraße glaubt nicht mehr an die Abbindung der Rosmarstraße.

16. Juli 2011,KStA, zwei Leserbriefe

Beiden gemeinsam aber ist, dass das hier präsentierte Verkehrskonzept zu unakzeptablen Verkehrsbelastungen für die AnwohnerInnen bestehender Straßen führen wird.

Anbei die Online-Kommentare zum Artikel des KStA:

KStA_Online-Kommentare

Mir fiel dazu vor kurzem ein wie mir scheint, passende Geschichte ein:

Vor 20.000 Jahren entschieden, nach längeren Planungen, die Frühmenschen, im Neanderthal Höhlen als Wohnstätten zu beziehen. Viele Jahre später, die Welt hatte sich verändert, kursierte der Vorschlag, aus den Höhlen auszuziehen, Neues zu wagen. Ein Teil der BewohbnerInnen lehnte es kategorisch ab, von den früher sorgsam getroffenen Entscheidungen abzuweichen. Dieser Teil der Ureinwohner ist ausgestorben. Die Überreste können im Neanderthalmuseum in Mettmann besichtigt werden.

Der andere Teil hat Düsseldorf gegründet.

planungen/start.txt · Zuletzt geändert: 2012/05/30 16:02 von schoberc
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