Verkehrsplanungen

Damit wir uns die Verkehre mal so richtig vorstellen können, wurden die Gesamtfahrbewegungen des Szenarios drei unter Berücksichtigung einer Abbindung der Rosmarstraße, denn das wurde den Anwohner der Straße schon vor Urzeiten versprochen, auf die Karte übertragen. Deutlich sichtbar, dass die Autos nur via Danziger Straße und Bellerhammer die einzige Zufahrtsstraße erreichen können. In Zahlen ausgedrückt planen unsere Stadtverordneten mal spontan, dass beide Straßen statt bisher 1.700 bzw. 1.300 zukünftig bis zu 3.400 resp. 4.300 Fahrbewegungen pro Tag verkraften sollen. Für die davon am negativsten betroffenen Kinder findet die Stadt sicherlich eine extrem kinderfreundliche Lösung - dafür ist Frechen ja bekannt.

Anbei die auf die einzelnen Straßen heruntergebrochenen Werte.

  • Variante 0 ist der aktuelle Zustand, Sand- und Rosmarstraße sind offen.
  • Variante 1 bedeutet: Abbindung der Sandstraße und der Rosmarstraße; Bebauung der Planfelder 5 und 6 (= am Wasserturm und der Bereich Grefrather Str. bis zur gedachten Straßenbahntrasse), Abbindung von Rosmar- und Sansdstraße.
  • Variante 2 bedeutet: Abbindung der Sandstraße und der Rosmarstraße; Bebauung der Planfelder 5, 6, 7 und 8(= am Wasserturm, der Bereich Grefrather Str. und der Bereich Ichendorfer Weg jeweils bis zur gedachten Straßenbahntrasse), Abbindung von Rosmar- und Sansdstraße.
  • Variante 3 bedeutet: Bebauung der kompletten Grube Carl bis hinten zum Rehbergweg, Abbindung von Rosmar- und Sansdstraße.

Für den Bereich Zum Bellerhammer, Philipp Faßbender Straße wäre die Variante 1 die schlimmstmögliche, denn hier würde der zusätzliche Verkehr alleine über diese beiden Straßen verlaufen. Erst mit der zusätzlichen Erschließung des Planfelds 7 würde eine „Neuverteilung“ der Verkehrsflüsse erfolgen. Ab dann muss die Danziger Straße mit mindestens der Verdoppelung des Verkehrs rechnen. Für die Neubewohner im Bereich des Kreuzungsbereiches Bellerhammer / Grube Carl gibt es überhaupt nichts Positives zu berichten. Hier steigt das Verkehrsaufkommen von heute 2.300 Fahrten auf bis zu 11.000 Fahrten in der Extremvariante, ein Zuwachs von sage und schreibe 461%!

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Der Planungsausschuss scheint wirklich kein Augenmerk auf das Verkerhsaufkommen innerhalb des Stadtteils gelegt zu haben, anders ist nicht erklärbar, warum alle Parteien (CDU, FDP, SPD und Linke) ausser den Grünen sich einzig um die Zufahrtsstraßen kümmern. Die CDU jedenfalls hat vom Planungsausschuss festhalten lassen, dass eine Weiterentwicklung der Grube Carl über die Baufelder 5 und 6 hinaus den Bau der Verlängerung des Freiheitsrings erzwinge. Die FDP hat das nun auf ihrer Homepage nochmals bestätigt: die FDP fordert die Stadt auf, die alten, aber niemals endgültig ad acta gelegten Planungen zur Verlängerung des Freiheitsrings umzusetzen, da die Zufahrt via Freiheitsring für die weitere Entwicklung des Baugebiets unerlässlich sei.

… was nun? für einen sechsstelligen Betrag einen Fahrradweg auf der Trasse des Freiheitsrings oder doch eine Straße? Oder erst der Fahrradweg dann kaum ist der Asphalt erkaltet wegbaggern und doch die Straße bauen?

Auf kürzere Sicht bedeutet das, dass die Stadt die Planzellen 5 und 6 bebauen lassen will, auf Kosten der Lebensqualität der Anwohner der Philipp Faßbender Straße und Zum Bellerhammer. Aber was zählt schon Lebensqualität, wo doch das „Filetstück der Grube Carl“ (H.J.Eilenberger) für teuer Geld vermarktet werden soll. Danach haben sich CDU und FDP dahingehend repositioniert, dass der Freiheitsring ausgebaut werden müsse (ein Jungbrunnen für die „Perspektive für Frechen“ zeichnet sich hier ab.), und wie es ausschaut, wird die SPD sich diesem Votum anschließen. (Die Linken sind bis dahin wahrscheinlich aus dem Frechner Rat wieder verschwunden - die Linke als Mehrheitsbeschafferin für CDU und FDP … was für eine komische Politik, wurde die Partei dafür gewählt?)

Die Stadt will, so kann man es formulieren, die letzte der Öffentlichkeit zur Verfügung stehende große Fläche, die den Blick auf die Stadt, auf Köln und auf das bergische Land bietet, privatisieren (Planfeld 5 oberhalb des Wasserturms). Das Recht der Öffentlichkeit, das Recht der Frechener Bevölkerung, auf Sichtachsen, auf Ausblick wird privatwirtschaftlichem Gewinnstreben ebenso geopfert wie die Lebensqualität der direkten Anwohner. Was für eine Politik, was für ein Trauerspiel. Von der FDP und der CDU erwarten wir ja nichts anderes, aber SPD und Linkspartei als großkoalitionäre Hilfstruppen der Stadtverwaltung … In der Zusammenfassung also lautet das Ergebnis der bisherigen Beratungen:

  • Grube Carl soll weiter bebaut werden.
  • Die Begrenzung des Bauvolumens bestimmt sich vorrangig durch die Engstelle des Kreisverkehrs Dürener Straße / Grube Carl Straße. Verkehre innerhalb des Quartiers wurden nicht weiter betrachtet. (auf heute bereits bekannte Verhältnisse übertragen: heute fahren auf der Dürener 13.000 Autos. Für den Bellerhammer sind 6.600 Autos berechnet worden, also: rund 50% des Verkehrs der Dürener sollen zukünftig im Bellerhammer rollen dürfen.)
  • Wichtig scheint die Bebauung der Planzelle 5 (Filetstück). Hier darf vermutet werden, dass die Liste der Investoren für diese Grundstücke bereits vorhanden ist.
  • Der Öffentlichkeit wird die letzte freie Sicht auf Ihre Stadt genommen - Vermarktungsinteressen stehen über den Interessen der Allgemeinheit und den direkten Anwohnern.

Die einen sprechen über Verkehr - die anderen haben ihn.

planungen/start_verkehrsplanung.txt · Zuletzt geändert: 2012/05/30 16:11 von schoberc
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