Lindenschule

Die politischen Rahmenbedingungen 2009

Zur Vorgeschichte

  • Die Standortunsicherheit existiert seit 20 Jahren
  • Sanierungsvorschläge werden von der Stadtverwaltung hinhaltend behandelt und dann abgelehnt
  • Die Stadt plant eine „neue“ Grundschule auf dem Gelände der Realschule
  • Die ursprünglichen Planungen, die Lindenschule durch eine neue Grundschule auf Grube Carl zu ersetzen, hat die schwarz-grüne Ratsmehrheit ersatzlos gestrichen.

Es geht aktuell nicht mehr darum, dass den Neubewohnern der Grube Carl jahrelang eine Grundschule versprochen wurde, die nun nicht mehr kommen wird. Die Planungen der Stadtverwaltung lassen erwarten, dass die Lindenschule aus wirtschaftlichen Gründen mittelfristig geschlossen wird. Eine vernünftige Sanierung wird so hohe Kosten hervorrufen, dass jeder Neubau dagegen wie ein Schnäppchen wirken wird. Da es nun keine Grundschule Grube Carl geben soll, die Lindenschule mittelfristig auf dem Spiel steht, heißt dass jedoch, dass Frechens Westen gänzlich ohne Grundschule dastehen wird. So viel zum Credo der „kurzen Wege für kurze Beine“

Wir begleiten die Sanierung der Lindenschule

Seit März 2011 haben wir eine entscheidende Hürde genommen - die Lindenschule wird saniert. An dieser Stelle versuche ich daher nun in regelmäßigen Abständen, über den Fortgang der Planungen und später über die konkreten Sanierungsschritte zu berichten:

Die Grundsatzüberlegungen der städtischen Verwaltung lassen auf eine sinnvolle Sanierung und Erweiterung hoffen!

Unter dem etwas irreführenden Titel „Flächenanforderungen für die Betreuungsangebote im Primarbereich“ findet sich unter den Sitzungsunterlagen für die kommende Schulausschusssitzung (13.07.2011) eine Ausführung, in der sich die Verwaltung mit der Schulbaurichtlinie des Landes NRW von 1995 und den heutigen Anforderungen auseinandersetzt. Dabei referiert diese Unterlage eindeutig darauf, dass moderne pädagogische Konzepte (die sich logischerweise auch in entsprechende Raumanforderungen übersetzen) nur im Rahmen eines (gebundenen) Ganztagskonzpets umsetzen lassen. Zudem - ein leises Uff und Hurra gönne ich mir, findet auch die UN-Behindertenrechtskonvention ihren angemessenen Platz in der Unterlage:

„Neben den Raumanforderungen für den Ganztag an Schule (in offener oder gebundener Form)kommen die notwendigen Veränderungen durch den inklusiven Unterricht hinzu. Dieser ist grundsätzlich im Schulgesetz NRW verankert und wird durch die seit dem 26.03.2009 für die Bundesrepublik völkerrechtlich verbindliche Zielsetzung der „UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ ergänzt.

Inklusion / Gemeinsamer Unterricht

Innerhalb des allgemeinen Bildungssystems sind angemessene Vorkehrungen zu treffen, damit den Eltern eine echte Wahlfreiheit und der Zugang zu dem bestmöglichen Bildungs- und Förderort für die Kinder eröffnet wird. So individuell sich Erfahrungshintergrund, Voraussetzungen und Kenntnisse der Kinder bereits beim Schuleintritt unterscheiden, so vielfältig gilt es insbesondere für behinderte Kinder Fördermaßnahmen bereit zu halten. Daher sind bei der Aufstellung schulbezogener Konzeptionen u.a. Nutzungen für Therapie, Krankengymnastik, Psychomotorik zu berücksichtigen.“

Mit anderen Worten: Die Stadtverwaltung versucht, an der Lindenschule die pädagogischen Anforderungen des Ganztags und die Anforderungen der Inklusion, also das Recht behindereter Kinder auf wohnortnahen Beschulung in einer Regelschule, umzusetzen.

Am 4. Oktober 2011 fand die ersehnte Sondersitzung des Schulausschusses statt.

Die Lindenschule soll bis zum Schuljahresbeginn 2014/2015 saniert und erweitert sein.

In einem ersten Schritt haben Arbeitsgruppen der Lindenschule (LehrerInnen, Eltern, Stadtverwaltung) mit der Unterstützung des Instituts für pädagogische Beratung (Münster) ein Raumkonzept erstellt. Die Lindenschule will sich zukünftig mit folgendem Profil weiterentwickeln: der Schwerpunkt soll auf Inklusion und auf die Integration von SchülerInnen mit Migrationshintergrund gelegt werden. Auf der Basis dieser Schwerpunktsetzung hat die Arbeitsgruppe dann die hierfür notwendigen Räume mit den jeweils zugeordneten Funktionen definiert. Wichtig dabei ist auch, dass Schule und Stadt von einem steigenden Bedarf an Betreuung im offenen Ganztag ausgegangen wird und dass hierfür entsprechende Räumlichkeiten vorgehalten werden müssen. Der Trend, so die Meinung vieler, geht hin zur echten Ganztagsschule und damit ergeben sich natürlich neue Möglichkeiten der Rhythmisierung des Tagesablaufs, d.h.: die starre Trennung zwischen einem Vormittag, an dem gelernt wird und einem Nachmittag an dem betreut wird, kann und soll aufgebrochen werden. Dadurch ändern sich natürlich auch die Anforderungen an die Schulräume. Im kommenden Schritt wird nun geprüft, ob Räume nicht mehrfunktional genutzt werden können (ein Lernraum für eine Kleingruppe kann ja beispielsweise auch als Therapierraum einer Logopädin genutzt werden) und welche Raumgrößen erforderlich sind. Daraus ergibt sich ein Raumbuch. Erst auf dieser Basis soll dann ein Gebäude entworfen werden. Dieser Planungsschritt ist für das 2. Quartal 2012 geplant.

Der Haushaltsentwurf 2012: Die Planungen konkretisieren sich

Nicht nur, dass der Bürgermeister die Baumaßnahmen an Linden- und Johannesschule „oberste Priorität“ haben, diese Aussage findet auch ihre Bestätigung im Haushalt der Stadt Frechen (bzw. in den Planungen der kommenden Jahre.) Für 2012 sind 300.000 EUR eingeplant, 2013 und 2014 dann je 1 Million und 2015, wenn dann vermutlich der Großteil der Rechnungen zu begleichen sein wird, sind 4 Millionen eingeplant. Der Kämmerer geht aber heute bereits davona us, dass“im Zuge der schrittweisen Konkretisierung der Planungen immer detailliertere Aussagen über die zu erwartenden Kosten getroffen werden können.“ Er kalkuliert daher mit einem „zweistelligen Millionenbetrag“ der hier bewegt werden muss.

… und es wird noch länger dauern

Am 28.03.2012 wird sich der Schulausschuss mit der Bauplanung der Lindenschule beschäftigen. Dabei zeichnet sich folgendes Vorgehen ab: Alle Bestandsgebäude werden abgerissen werden und die Lindenschule erhält einen komplett neuen Baukörper. Das ist sicherlich vernünftig, da der Altbau unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten kaum vernünftig zu sanieren ist. Auch sind die im Gebäude vorhandenen Raumgrößen kaum sinnvoll mit den Raumanforderungen einer modernen Grundschule in Übereinstimmung zu bekommen. Für die Lindenschule bedeutet das, dass sie eine befristete Zeit an einem anderen Standort unterkommen muss. Das ist unter Sicherheitsaspekten zu begrüßen, denn eine Bautätigkeit bei laufenden Schulbetrieb stellt eine hohe Gefährdung für die Kinder dar und ob das Lernen Spass macht, wenn im Hintergrund die Baumaschinen dröhnen, ist doch in Frage zu stellen. Die Planungen der Stadtverwaltung besagen nun, dass auf dem Gelände der Burgschule Übergangs-bauten für die Lindenschule errichtet werden. Zum Schuljahresbeginn 2014/15 würde die Lindenschule dann für 1,5 Jahre auf dem Gelände der Burgschule residieren, bevor sie sozusagen als Weihnachtsgeschenk im Herbst / Winter 2016 an den alten Standort, aber in die neuen Räumlichkeiten zurückkehren wird. Diese Planung ist logische Konsequenz der Entscheidungen von Schulausschuss und Rat. Diese haben im Herbst 2009 entschieden, dass der Schulneubau auf Grube Carl ersatzlos gestrichen wird.

schule/start.txt · Zuletzt geändert: 2015/07/07 09:43 von schoberc
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