Vom Freiheitsring und der Rosmarstraße

Die Verlängerung des Freiheitsrings

Noch scheint die Planung nicht komplett eingestellt.

Man sollte aber die negativen Effekte nicht aus den Augen verlieren: Die Verlängerung des Freiheitsrings ohne massive Einschränkungen des Verkehrsflusses bedeutet: Durchgangsverkehr. Von Habbelrath über Grube Carl zum Freiheitsring / Toni-Ohms-Straße.

Grube Carl – die weitere Entwicklung und der Freiheitsring

(17.10.2011)

Die Perspektive für Frechen (PfF) hat die PLA-Sitzung vom 29.09.2011 besucht und berichtet vom Verlauf des Tagesordnungspunktes: „Verlängerung des Freiheitsrings“. Die Verlängerung des Freiheitsrings ist wieder aufgeflammt, da im Zuge des Verkehrsgutachtens deutlich wurde, dass bei einem Komplettausbau der Grube Carl eine einzige Zufahrt (über die Straße Grube Carl) nicht ausreichen würde. Da die Rosmarstraße für den Durchgangsverkehr gesperrt werden sollte, stünde dann der Bau des Freiheitsrings an.

Die PfF berichtet nun, dass die Einwendungen der Gegner der Verlängerung bei der Offenlage 2007 so gravierend waren, dass der Anwalt der Stadt argumentierte, die Stadt könne ein Normenkontrollverfahren nicht gewinnen, ein Straßenbau auf Vorrat sei unzulässig. Das heißt übersetzt: erst wenn genügend Menschen auf der Grube Carl leben, läßt sich eine zwingende Notwendigkeit erkennen, die die Verlängerung des Freiheitsrings begründen kann, politisch durchgesetzt wäre er dann trotzdem nicht. Da das Verkehrsgutachten nun bestätigt hat, dass die Planzellen 5 und 6 mit geschätzt 450 Wohneinheiten und 1.150 Einwohnern über die Straße Grube Carl erschlossen werden können, ist auf absehbare Zeit eine zwingende Notwendigkeit für die Verlängerung des Freiheitsrings nicht mehr erkennbar. Unabhängig, wie wir hier oben uns zur Verlängerung Freiheitsrings positionieren würden, das ist vor diesem Hintergrund vollkommen irrelevant.

Relevant aber ist, dass durch die bisherigen Planungen die Anwohner der Rosmarstraße und die des Bellerhammers und alle, die den Bellerhammer auf dem Weg zum Kindergarten queren müssen, im Regen stehen gelassen werden.

Gegenüber den Anwohnern der Rosmarstraße argumentiert die PfF: „Bevor man eine neue Straße mit immensen Kosten und vielfältigen negativen Auswirkungen baut, darf auch bei der Bebauung weiterer Planzellen die Erreichbarkeit über die Rosmarstraße kein Tabuthema sein.“

Es ist sicherlich keine zu weitreichende Vermutung, wenn wir behaupten, die Argumentation der PfF wird für die Anwohner der Philipp-Faßbender-Straße, des Bellerhammers und der Straße Grube Carl nicht anders ausfallen.

Es stellt sich daher nun schon die Frage, ob die Stadt flexibel genug ist, ihre Planungen entsprechend zu verändern. Wurde geprüft, ob die hinteren Planzellen wirklich einzig über den Bellerhammer (oder ebenso verheerend für die AnwohnerInnen, die Danziger Straße) zu erreichen ist? Gibt es Flächen im Stadtteil, die eine anderweitige Erschließung der hinteren Planzellen ermöglichen würden?

Aus Sicht der BewohnerInnen der Grube Carl stellt sich die Situation nun wie folgt dar:

  • Entweder müssen die AnwohnerInnen der Rosmarstraße mit einem noch höheren Verkerhsaufkommen leben und das Versprechen der Stadt, die Straße für den Durchgangsverkehr zu schließen ist total wertlos, oder die Anwohner der beiden Straßen: Faßbender und Bellerhammer, werden erleben, dass ihre Wohnstraßen zur Durchgangsstraßen mutiert, inklusive der Belastungen durch jahrelangen Bauverkehr.
  • Hält die Stadt dies nur lange genug durch, und werden weitere Planzellen bebaut, dann werden wir erleben, dass genügend Menschen hier oben wohnen, um eine zwingende Notwendigkeit für die Verlängerung des Freiheitsrings zu generieren. Die dahinterstehende Logik reduziert sich zu einem: je schlimmer für die Bewohner, je besser für den Freiheitsring. Wollen wir eine lebenswerten Stadtteil, dann werden wir uns dieser Logik entgegenstellen müssen.

Die einzige sinnvolle Alternative kann derzeit lauten:

Umdenken! Ausgehend von der aktuellen Situation: keine Straßenbahn, kein Freiheitsring und Sperrung (Versprochen!) der Rosmarstraße müssen die Planungen komplett überprüft werden. Wie kann der Stadtteil jetzt noch vernünftig erschlossen werden ohne den gesamten Verkehr über eine einzige, im Grunde einspurige Straße, zu leiten. Gibt es die Möglichkeit einer zentralen Erschließungsstraße, die die hinteren Planzellen nicht vom Rand sondern von der Mitte her erschließt?

Ist die Stadt willens, sich diesen Realitäten zu stellen? Oder gilt, was früher richtig war, kann heute nicht falsch sein?

Der Fahrradweg auf der Trasse des Freiheitsrings

Im Jahr 2009/2010, als CDU und Grüne noch miteinander redeten und die CDU nicht großkoalitionär mit der SPD ins Bettchen geschlüpft war, damals entschied der Rat, auf der Trasse der Verlängerung des Freiheitsrings einen Fahrradweg zu bauen, der zwischen dem Fußweg „Im Höllsche“ und der Realschule, den Stadtteil Grube Carl mit der Kernstadt verbinden soll. Die Fraktion „Perspektive für Frechen / Ja“ weist nun darauf hin, dass die Stadtverwaltung mit der Umsetzung der Maßnahme nicht vorwärts kommt und die dafür im Haushalt vorgesehenen Mittel nicht abgerufen, sondern ins Folgejahr verschoben werden.

Nun könnte es ja sein, dass hier ein Zusammenhang mit der anstehenden Ausbau der Grube Carl besteht. Das vorliegende Verkehrsgutachten belegt, dass die Straße „Grube Carl“ ausreichend dimensioniert ist, den Verkehr aufzunehmen, der durch den Ausbau des Stadtteils zwangsläufig entstehen wird. Dummerweise nur müsste dieser Verkehr innerhalb des Stadtteils komplett über reine Wohnstraßen in die Neubaugebiete geführt werden: die straßen Zum Bellerhammer und Danziger Straße sind die zukünftigen Hotspots dieser Fehlplanung. Ist es zu weit gegriffen, zu vermuten, dass unsere großkoalitionären Partner aus CDU und SPD im Rahmen ihres Techtelmechtels wieder davon träumen, die Verlängerung des Freiheitsrings auf die Tagersordnung zu setzen? Ein Radweg wäre da mehr als störend, weswegen die Verwaltung alles tut, um den Bau zu verzögern. Aber, das ist natürlich nur ein bösartiges Gerücht ….

Die Mitglieder im Planungsbeirat, auch ein Vertreter der „Perspektive“ sitzt bei, sind trotzdem aufgerufen, dieser Frage nachzugehen.

Plant die Stadtverwaltung die „Verlängerung des Freiheitsrings“ um die bereits jetzt erkennbaren Fehlplanungen die Krone aufzusetzen? Diese Straße ist das Einfallstor für den Durchgangsverkehr und die Erfahrungen der Rosmarstraßenanwohner zugrunde gelegt: irgendwelchen städtischen Versprechungen bzgl. einer Abbindung sind mit allergrößter Vorsicht zu genießen. Zuerst kommt der Durchgangsverkehr, dann wird eine Abbindung versprochen und dann warten die gutgläubigen AnwohnerInnen und warten und warten und warten und warten und ….

Wir wünschen eine Zufahrt zu den hinteren Baugebieten, die im Übergang von Straße Grube Carl und Rosmarer Weg den Verkehr in die hinteren Bereiche des Stadtteils führt. Diese Lösung ist mit Sicherheit preiswerter als eine Verlängerung des Freiheitsring, sie ist mit Sicherheit schneller umsetzbar und sie generiert keinen Durchgangsverkehr.

Die Abbindung der Rosmarstraße

In der letzten Sitzung des Planungsbeirats war die Verkehrssituation im Stadtteil Thema. Unser Vertreter hat dabei auch auf die „beschlossene Abbindung der Rosmarstraße“ als zusätzliches Problem für den Stadtteil hingewiesen. Daraufhin erklärte der zuständige Vertreter der Stadtverwaltung laut Protokoll:

„Im Anschluss hieran stellt Herr Stahlschmidt den Sachstand zu der Thematik aus Sicht der Verwaltung dar. Er stellt klar, dass es zum derzeitigen Zeitpunkt keinen formalen Beschluss zur Abbindung der Rosmarstraße gibt.“

Die uns bekannte älteste Erwähnung über die Abbindung der Rosmarstraße datiert aus dem Jahre 1997, da ist ja bald ein Jubiläum fällig. Davon ab aber ist es einer näheren Prüfung wert, ob es wirklich keinen Beschluss zur Abbindung der Rosmarstraße gibt. Dann aber stellt sich die Frage, was man den AnwohnerInnen der Rosmarstraße seit fast 20 Jahren zugesagt hat.

Unsere Lektüre des entsprechenden Beschlusses der Stadt Frechen hat zu Tage gefördert, dass es einen Beschluss gibt, der besagt, dass die Rosmarstraße erst dann abgebunden werden kann, wenn die Verlängerung des Freiheitsringes erledigt ist. Da können die Rosmarsträßler also lange warten … denn:

  • Es gibt bisher für die Verlängerung des Freiheitsringes keine politische Mehrheit
  • Es scheint auf Sciht auch fraglich, ob die Stadt über die notwendigen Haushaltsmittel für den Bau dieser Straße verfügt, wir reden ja hier über mehrere Millionen Euro.
  • Es gibt zudem ein Verkehrsgutachten, das ergab, dass weitere 4 Baufelder bebaut werden können, bevor die beiden Zufahrtsstraßen (Grube-Carl-Straße und Rosmarstraße) so belastet sind, dass eine weitere Straße notwendig würde.

Daraus läßt sich ableiten, dass ohne weiteren politischen Druck die Rosmarstraße auf viele Jahre eine von zwei Hauptzufahrtsstraßen zum Stadtteil Grube Carl sein wird.

Hierzu der Beschluss aus dem Jahr 2003.

verkehrsprobleme/freiheitsring_und_rosmarstrasse.txt · Zuletzt geändert: 2013/06/05 16:09 von schoberc
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