Verkehr

Ergebnisse der Verkehrsmessung in der Straße Zum Bellerhammer im Mai 2014

1, 2, 3, Vier, die Messergebnisse der Verkehrsmessung im Mai 2014 ‚Zum Bellerhammer‘ sind hier.

Der vierte Anlauf einer Verkehrsmessung auf der Straße Zum Bellerhammer vom 14. Mai bis 21.Mai 2014 ist erfolgreich verlaufen. Die Ergebnisse zeigen in der relativen Verteilung keine signifikanten Veränderungen gegenüber den Messungen aus September 2009. Die Absolutzahlen zeigen jedoch eine gravierende Zunahme am Verkehraufkommen insgesamt. So ist die Anzahl der gezählten Fahrzeuge von 4.913 in 2009 um über 179% auf 13.707 Fahrzeuge in 2014 angestiegen. Dieses hohe Verkehrsaufkommen wurde im 2010 erstellten Verkehrsgutachten erst für 2025 prognostiziert (Fall 0: keine weitere Bebauung).

Von den 13.707 Fahrzeugen sind 3.578 bzw. über 26 % schneller als 40 km/h gefahren. Das sind deutlich zu viele. Vor allem in den Morgenstunden und in der frühen Nachmittagszeit ist ein erhöhtes und zu schnelles Verkehrsaufkommen zu verzeichnen. Hierbei handelt es sich um die Zeiten, in denen vermehrt Kinder die Straße auf den Weg in den Kindergarten und Schule kreuzen und zurück.

Die in 2010 installierte Straßenverengung in der Höhe Carl-Sutor-Straße - mit dem Ziel eine Geschwindigkeitsreduzierung zu erwzwingen - wird demnach verfehlt. Wir fordern an dieser Stelle ein weiteres Eingreifen zur Erzwingung einer Geschwindigkeitsreduzierung sowie einer Reduzierung des Verkehrsaufkommens insgesamt (die durchschnittlich 1.958 Fahrzeugbewegungen am Tag lassen sich nicht mit der Prognose für 2025 vereinbaren, denn hier wird bei vollständig ausgebauten Baufeldern 5 und 6 mit 2.500 Fahrten pro Tag gerechnet).

Anteil_Verkehr_2009_2014

Anzahl_Verkehr_2009_2014

Auswertung Verkehrsdaten


Sicherheit für unsere Kinder

Im Wohngebiet Grube Carl, sind alle „normalen“ Wohnstraßen als Tempo 30-Zone oder Verkehrsberuhigter Bereich beschildert. Das Gefährdungspotenzial insbesondere für Kinder und ältere Menschen durch zu schnell fahrende Autofahrerinnen und Autofahrer soll damit im Wesentlichen reduziert werden.

In der Theorie ist diese Verkehrslage eigentlich ganz idyllisch anmutend, wenn da nicht die Raser wären, die ein erhebliches Gefährdungspotenzial für unsere Kinder, ältere Menschen und die Allgemeinheit darstellen.

Von uns veranlasste Geschwindigkeitsmessungen im Zeitraum 21. bis 28. September 2009 zeigen auf, dass zwei Drittel der Verkehrsteilnehmer während des Messzeitraums die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern überschritten haben (siehe nachfolgende Grafik).

Die Stadtverwaltung wertet die durchgeführten Geschwindigkeitsmessung wie folgt (Auszug aus der Beratungsunterlage und Beschlussvorschlage Nr: 195/15/2010 zur Verkehrsausschusssitzung vom 21. April 2010):

„In der Zeit vom 21.-28.09.2009 wurden auf der Straße Zum Bellerhammer Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Danach fuhren von den 4.913 insgesamt gemessenen Fahrzeugen 33,1 % unter 30 km/h, 68,8 % der Fahrzeuge unter 40 km/h und 94,7 % der Fahrzeuge unter 50 kmh. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h wird zwar in vielen Fällen nicht eingehalten, jedoch lässt sich feststellen, dass der überwiegende Teil mit einer reduzierten Geschwindigkeit den betroffenen Bereich befährt.“

Wir sehen die Sachlage anders! Rund ein Drittel der Verkehrsteilnehmer fährt schneller als 40 km/h, also bereits zehn km/h schneller als erlaubt. Über 5 %, also jedes 20. Fahrzeug, fährt schneller als 50 km/h und überschreiten die zulässige Höchstgeschwindigkeit um mehr als 20 Stundenkilometer.

Diese Geschwindigkeitsüberschreitungen stellen unserer Ansicht ein gravierendes Gefährdungspotenzial für die Kleinsten dar, denn

  • gerade Kinder können wegen ihrer geringeren Körpergröße die Straße nicht so überblicken wie Erwachsene,
  • der Blickwinkel von Kindern ist sehr viel kleiner als bei Erwachsenen,
  • während der Grundschulzeit - bis zum zehnten Lebensjahr - können Kinder Entfernung und Geschwindigkeit sich nähernder Fahrzeuge nicht richtig einschätzen.

Nach der Bußgeldkatalog-Verordnung (BKatV) werden Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts von 21 bis 25 km/h bereits mit 80 € und einem Punkt in der Flensburger Verkehrssünderdatei geahndet.

  • Deutsche Gerichte stellen in diesem Zusammenhang regelmäßig fest, dass immer dann von einem gravierenden Verkehrsverstoß ausgegangen werden muss, wenn das Vergehen zur Eintragung von zumindest einem Punkt in der Verkehrssünderdatei geführt hätte.
  • Das heißt, jedes 20. Fahrzeug auf der Straße Zum Bellerhammer begeht nachweislich einen gravierenden Verkehrsverstoß. Die Frechener Stadtverwaltung sieht aber keinen Anlass etwas dagegen zu unternehmen. Zitat aus der oben genannten Beschlussvorlage, die der Stadtrat am 27.04.2010 so beschlossen hat: „Die Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h wird zwar in vielen Fällen nicht eingehalten, jedoch lässt sich feststellen, dass der überwiegende Teil mit einer reduzierten Geschwindigkeit den betroffenen Bereich befährt.“

Begeht nun jedes 20. vorbeifahrende Fahrzeug in der Straße Zum Bellerhammer einen gravierenden Verkehrsverstoß und gefährdet die EinwohnerInnen, SpaziergängerInnen, BesucherInnen und insbesondere die Kinder oder nicht?

Seitens der Straßenverkehrsbehörde des Rhein-Erft-Kreises sind Fehlplanungen die Ursache für die Geschwindigkeitsüberschreitungen. So steht in dem Vermerk zur Verkehrserfassung:

„Insgesamt erscheint der breite und geradlinige Verlauf der Straße Zum Bellerhammer ursächlich für das erhöhte Geschwindigkeitsniveau. Ein alternierendes Parken auf der Fahrbahn findet nicht statt, da private Stellflächen wie auch Parkstreifen vorhanden sind. Insgesamt entspricht die Verkehrsraumgestaltung nicht den Anforderungen an eine Tempo 30-Zone gem. VwV zu § 45, Absatz 1-1e, Satz XI.

Kennt die Verwaltung die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung (VwV-StVO), die mit VwV gemeint ist, nicht?

  • Liegt nicht bereits ein Planungsmangel in der Personenidentität, die bei Planung und Kontrolle herrschte, vor?
  • Versucht sich die Verwaltung aus der Verantwortung zu stehlen?
  • Müssen die Betroffenen mit der täglichen Gefährdung selbst zurecht kommen?
  • Fragen über Fragen, die uns die Verwaltung bisher schuldig geblieben ist…

Von uns eingebrachte Bürgeranregung gemäß § 24 GO NRW vom 22.03.2010 und 03.04.2010 sowie ein Bürgerschreiben vom 25.03.2010, die Verkehrsgefährdung durch bauliche Maßnahmen zu entschärfen, sind bisher gescheitert.

Zwischenzeitlich sind Nachbersserungen - wenn man dies so bezeichnen kann - erfolgt. Die vom Stadtrat angeordnete Überprüfung baulicher „Nachbesserungen“ im Bereich der Straße Zum Bellerhammer / Carl-Sutor-Straße an die zuständigen Fachabteilungen und den früheren Besitzer bzw. Entwickler (SEG) wurden durchgeführt. Die Nachbesserung sollte eine Vergrößerung bzw. das Einrücken der bestehenden Grünbeete / Baumscheiben in die Fahrbahn - je zwei vor und nach der Querungsstelle (Carl-Sutor-Straße) - beinhalten. Zusätzlich sollte die Ausbaubreite auf 4,40 m reduziert und somit deutlich auf die Querungsstelle aufmerksam gemacht werden. Man wünschte sich die Einhaltung der zulässigen Geschwindigkeit von Tempo 30 zu erzwingen.

Unseres Erachtens nach haben die Querungen nicht zu dem gewünschten Ergebnis - die Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit - geführt. Vielmehr sehen es die Autofahrer als Ansporn an, die Querungen bei Gegenverkehr als erster zu erreichen um diese zuerst zu passieren. Dadurch hat die bauliche Maßnahme unseres Erachtens genau das Gegenteil erreicht.

Querungen: Zum Bellerhammer / Carl-Sutor-Straße

querungen_zum_bellerhammer_2_800x600_.jpg

Deshalb haben wir am 09.06.2010 einen erneuten Bürgerantrag in den Verkehrsausschuss eingebracht. Weiterhin haben wir einen Vororttermin zwecks gemeinsamer Begehung vorgeschlagen. Am 30.06.2010 haben wir dazu ein Schreiben vom Bürgermeister erhalten in dem er uns darauf hingewiesen hat, dass keine neuen „Sachvorbringungen“ gegenüber unserem bereits geprüften ersten Antrag vom 03.04.2010 (Ratsbeschluss vom 27.04.2010) vorliegen. Auf unser Angebot eines Vororttermins wurde gar nicht eingegangen. Möchte man nicht mit uns sprechen und sich die Situation vor Ort ansehen?

Erstaunlicherweise schien sich dann Anfang Juli, also kurz nach der Ablehnung des erneuten Bürgerantrags, dann doch etwas zu bewegen. Auf der Straße Zum Bellerhammer wurde eine mobile Geschwindigkeitsmessstation samt Anzeige installiert (siehe Bild unten). Abgesehen davon, dass diese jedoch nur die Geschwindigkeit in eine Richtung angezeigt hat, war die Anzeige so angebracht, dass die Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeit erst nach passieren der Querung sehen konnten (Bäume verhinderten die Sicht). Demnach viel zu spät um eine freiwillige Verkehrserziehung zu bewirken, da man die Geschwindigkeitsanzeige mit seiner angezeigten Geschwindigkeit erst nach über der Hälfte der Wegstecke sehen konnte. Dies hatte jedoch den Nebeneffekt, dass man die deutlich überhöhten Geschwindigkeiten der Autofahrer an der Anzeige ablesen konnte. Das Ergebnis hier war nicht neu für uns, denn auch nach dem Bau der Querungen sowie dem Aufstellen der mobilen Geschwindigkeitsanzeige hat sich an den regelmäßig und deutlichen Geschwindigkeitsüberschreitungen nichts verändert. Unser subjektives Geschwindigkeitsempfinden wurde mit dieser Geschwindigkeitsanzeige nach der Messung im September ein zweites Mal bestätigt.

Anzeigetafel des mobilen Geschwindigkeitsmessgerätes

Zwischenzeitlich ist die Geschwindigkeitsanzeige - also knapp drei Wochen nach Installation - wieder weg. Die Bilanz: die erste Woche funktionierte die Anzeige, die zweite teilweise und die dritte Woche wurde gar keine Geschwindigkeit mehr angezeigt. Hoffen wir nur, dass es nicht so gewertet wird, dass in der dritten Woche kein Fahrzeug die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometer überschritten und demnach die Querung seine Wirkung entfaltet hat.

Also hat der Bürgermeister Meier doch Recht, es liegen keine neuen Sachvorbringungen vor, denn die deutlichen Geschwindigkeitsüberschreitungen sind weiterhin regelmäßig und die damit verbundenen Gefahren ständig gegenwärtig. Also der alte Sachstand, und demnach die „alten“ Sachvorbringungen!

Von der Stadt Frechen werden unsere Befürchtungen und Gefährdungsbedenken hinsichtlich der regelmäßig und deutlich überhöhten Geschwindigkeitsüberschreitungen also nicht ernst genommen. Deswegen haben wir eine paar Mal versucht mit den zu schnell fahrenden Verkehrsteilnehmer in einen Dialog zu treten. Hier haben wir den Kampf gewonnen, zumindest moralisch. Nachdem wir uns regelmäßig wüsten Beschimpfungen und Drohungen ausgesetzt haben, haben wir es schließlich unserer Gesundheit zuliebe dabei belassen. Wir wollten uns nicht unnötig dem Agressions- und Gewaltpotenzial aussetzen, da wir darin eine Gefahr für unser Leben und unsere Gesundheit sahen.

Daher fragen wir uns, wer kann uns jetzt noch helfen?

Die Frechener Kommunalpolitik scheint uns vergessen zu haben.

Am Freitag, den 06. August 2010 ist es zu einem ersten Verkehrsunfall gekommen. Dieser hätte verhindert werden können. Damit hat die Untätigkeit der Stadtverwaltung seinen ersten Verletzten zu verantworten!

Unserer Meinung nach wiederholt sich hier ein Muster, von einer einmal getroffenen Entscheidung nicht abzuweichen, was wir auch in der Schlehdornstraße beobachten können.

Verständige Leute kannst du irren sehen, in Sachen nämlich, die sie nicht verstehen. (Goethe)

verkehrsprobleme/start.txt · Zuletzt geändert: 2014/06/06 15:41 von schoberc
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